Unser tägliches Brot

Unser tägliches Brot

Unser tägliches Brot …

So lautete die Überschrift eines Artikels in einer Fachzeitschrift für Gastronomie. Das hat mich natürlich sehr interessiert, da ich hier im Glaubenszentrum in der Küche angestellt bin und mich somit täglich um das leibliche Wohl (Brot) unserer Schüler, Mitarbeiter und Gäste kümmern darf.

Was schreibt die „Welt“ über diese Aussage unseren Herrn Jesus, als er seine Jünger über Gebet lehrt? – Es wurde darüber berichtet, dass wir Deutschen so gutes Brot herstellen und selbst im Ausland für unser Brot bekannt sind. Auch erlebe „das Brot“ eine Revolution. Neue Sorten, neue Vielfalt, neue Nachfrage der Leute. Leider war weiter in diesem Artikel nicht die Rede davon, wer uns denn unser tägliches Brot gibt, was unser täglich Brot sein soll und woher denn überhaupt dieser „berühmte Satz“ stammt.

Es ist falsch zu glauben, dass wir selbst für unsere Bedürfnisse sorgen können.

Was sollte dieser Satz für Christen bedeuten, die Gott kennen, sein Wort lesen und glauben? – Erst mal: Dieser Satz steht im Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 11, im Vaterunser: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Im Griechischen, die Sprache, in der uns das Neue Testament überliefert wurde, steht für das Wort epiousios für täglich. Es bedeutet täglich, aber auch nötig. Es handelt sich um etwas Essenzielles für uns als Mensch. Für das Wort Brot steht artos – Brot, Brotlaib, Nahrung. Also das, was man essen kann und muss, um zu überleben, täglich.
Jesus lehrt uns, dass wir den Vater im Himmel im Gebet darum bitten sollen. Die Übertragung „Neues Leben Bibel“ beschreibt den Satz so: „Schenk uns heute unser tägliches Brot“. Wenn wir beten: „Schenke uns …“, erkennen wir Gott als den an, der uns am Leben hält und uns mit allem versorgt. Es ist falsch zu glauben, dass wir selbst für unsere Bedürfnisse sorgen können. Wir müssen darauf vertrauen, dass Gott uns täglich gibt, was wir brauchen, denn er weiß, was wir wirklich nötig haben. Wir können es uns nicht verdienen, erkaufen oder einfach nehmen. Gott muss es uns schenken. Alles kommt von ihm, denn er ist der Herr über alles.

Nun sind wir als Menschen nicht nur Fleisch, sondern auch Geist und Seele. Gott möchte uns nicht nur im Fleischlichen versorgen, sondern auch unseren Geist erfrischen und stärken, denn es ist nötig für uns als Menschen: „Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben (5.Mo 8,3): „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben“ (Lk 4,4 – In 5.Mo 8,3 geht es weiter: „Sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch“.). Gott redet. Er spricht zu uns. Er gab uns sein Wort, die Bibel. Unsere geistliche Nahrung.

Gottes Kraft und Versorgung ist in jeder Situation erfahrbar, wenn wir uns an ihn und sein Wort klammern.

Ich las das Buch „Heavenly Man“. Dieser Mann, Bruder Yun, hat 74 Tage im Gefängnis gefastet, ohne Essen und Trinken, festgehalten an Gottes Wort, dass er im Gedächtnis und in seinem Herz hat, meditiert über Gottes Wort, gebetet zum Vater im Himmel. Und Gott hat ihn versorgt und durchgetragen – und nicht nur ihn, sondern hat auch seine Familie und Tausende Menschen durch ihn gerettet, für die Ewigkeit. So etwas ist übernatürlich. Keine leibliche Nahrung, aber Gottes Wort, seine Verheißungen für den geistlichen Menschen. Gottes Kraft und Versorgung ist in jeder Situation erfahrbar, wenn wir uns an ihn und sein Wort klammern.

Woran halten wir fest? Woraus ziehen wir unsere Kraft? Nach was haben wir Hunger? Wo und mit was stillen wir unseren Hunger?

Heutzutage ist das Angebot groß an „Essen“: Gourmetrestaurants, Fast Food, Hausmannskost, … Du darfst entscheiden! „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf“ (1.Kor 10,23 – LUT84).

Ich wünsche uns, dass jedoch, wie in dem Artikel über das Brot beschrieben, Gottes Wort für uns eine Revolution in unserem Geist hervorbringt, neuen Glauben in unseren Herzen sowie neue Offenbarung über die Vielfalt und Größe Gottes. Ich bete, dass wir uns durch Gottes Geist immer zur richtigen Nahrungsquelle führen lassen, damit unser geistlicher Hunger gestillt wird und wir uns nicht den Magen verderben … Und ich glaube, dass Gott uns einen neuen Hunger nach ihm und seinem Wort schenken möchte. Greif zu, solange es möglich ist (Am 8,11–12).

Viele Grüße aus dem Glaubenszentrum, einem Brothaus für alle, die Hunger haben nach mehr von Gott.

Sonja Roller

Mitarbeiterin im Glaubenszentrum