Partner fürs Leben – richtige Wahl oder unendliche Qual?

Partner fürs Leben – richtige Wahl oder unendliche Qual?

Kaum eine Sorge treibt Menschen unterschiedlichen Alters, wenn auch vornehmlich junge Menschen, so sehr um als die Frage: Wer ist der/die richtige Partner/in für mein Leben? Ich kann das sehr gut verstehen, da es für uns Christen die zweitwichtigste Entscheidung unseres Lebens ist, nachdem wir beschlossen haben, JESUS CHRISTUS als REGISSEUR unseres Lebensfilms einzusetzen. An dieser Stelle möchte ich jedoch auch kurz anmerken, dass die Bibel den Stand des Singlelebens als ehrenwert erachtet. Jesus erwähnt dies in Matthäus 19,17 und Paulus vor allem in 1. Korinther 7. Hier schreibt er jedoch auch, dass es eine Gnadengabe Gottes ist, glücklich alleine zu bleiben. Welche Kriterien sind für die richtige Wahl entscheidend, damit die EHE nicht zur schier unendlichen Qual wird? Vielleicht kennt ihr die Aussagen: „Gegensätze ziehen sich an“ oder „Gleich und gleich gesellt sich gern“. Na gut, aber was von beidem ist denn nun richtig? Andere meinen, dass die Geschwisterkonstellationen ausschlaggebend sind frei nach dem Motto: „Erstgeborene sucht sich Muttersöhnchen und umgekehrt“. Sandwichkinder sollen im Übrigen die schwierigsten Partner sein, da sie in einem ständigen Rollenkonflikt aufgewachsen sind, indem sie für die einen das kleine nervige Geschwisterchen waren und für die anderen der vorbildliche Held, dem es nachzueifern galt. Fragen über Fragen, die wir uns als Christen stellen sollten, um die richtige Person zu erwischen? Diese Ansätze haben vielleicht ihre Berechtigung, jedoch fragen wir jetzt mal unseren Regisseur nach seiner Meinung.

Ich möchte Euch in ein Bild mit hineinnehmen, das mir über die Gedanken unseres himmlischen Vaters sehr die Augen geöffnet hat: Stell dir vor, du stehst vor einem riesigen See und hast ein Ruderboot zur Verfügung. Das andere Ende des Sees ist nicht zu sehen, da es die Weite nicht hergibt. Es ist nun deine Aufgabe, mit einer Person des anderen Geschlechts diesen See zu überqueren, um am Ziel anzukommen. Wen suchst du dir aus: die hübscheste Person, den stärksten Partner? Zwei Kriterien wären mir bei meiner Wahl am wichtigsten: Mit wem werde ich Harmonie beim Rudern haben und wer behält das Ziel fest im Auge, damit wir es auch gemeinsam erreichen. Hast du jemals versucht, mit einem Menschen zu rudern, der immer eine andere Frequenz oder sogar Richtung einschlug als du selbst? Es ist unendlich qualvoll und führt sicher nicht zum Ziel, sondern zum Streit und zur Aufgabe. Was nützt dir also der schönste und stärkste Partner im Lebensboot, wenn er nicht in Harmonie mit dir rudert? – Nichts! Wenn ich mir das Neue Testament anschaue, dann finde ich zwei Hauptziele für einen Jünger Jesu: Jesus ähnlicher werden (Kol 3,10; 1.Petr 1,16 u.v.m.) und die Ewigkeit mit Jesus zu verbringen (1.Thes 4,16–18; Offb 21 u.v.m.). Welchem Menschen möchtest du helfen, diese beiden Ziele zu erreichen, und wer darf umgekehrt deine Unterstützung sein (Pred 4,12), um den guten Kampf des Glaubens erfolgreich zu kämpfen? Das Wort Gottes gibt uns klare Hilfestellungen auch in Bezug auf den richtigen Ehepartner. Im Übrigen glaube ich, dass Gott uns als eines der größten Geschenke einen freien Willen hinterlassen hat; dies sollte dann auch bei der Partnerwahl gelten (in der Bibel gibt es einige wenige Ausnahmen), aber:

  • Philipper 4,6–7 ermutigt uns, im Gebet alles vor Gott zu bringen. Du darfst sehr gerne Gott deinen Wunsch nach einem Partner bringen und ihn auch um Bewahrung vor falschen Gefühlen und Entscheidungen bitten.
  • 2. Korinther 6,14–15 zeigt uns eindeutig, dass nur ein wiedergeborener Christ als Partner in Frage kommt. Die Heirat eines Ungläubigen ist Ungehorsam gegenüber Gott. Erinnerst du dich an das Bild der Seeüberquerung?
  • Epheser 5,22–33 beschreibt das göttliche Eheverhältnis zwischen einem Mann und seiner Frau. Die Frau ordnet sich dem liebevollsten Ehemann von Herzen gerne unter, da er sie liebt wie Christus seine Gemeinde. Jesus war bereit, für seine Gemeinde zu sterben. Verstehen wir Männer, was dies an Hingabe für unsere Frauen bedeutet? Es ist unser Auftrag, unsere Braut eines Tages als eine heilige und makellose Braut ohne Flecken und Runzeln Jesus, dem Bräutigam, für die himmlische Hochzeit zu überreichen.
  • 1. Korinther 13 ist die biblische Definition von LIEBE. Dieses HOHELIED der LIEBE zeigt eine selbstlose Liebe auf, die sich entschieden hat, bedingungslos zu lieben. Zu dieser Liebe kann und muss ich mich entscheiden, unabhängig von romantischen Gefühlen und wohliger Umstände. Wie anders klingt Folgendes, was uns als Normalität in der Welt begegnet: Klassischerweise beginnen Beziehungen mit einer erotischen Anziehungskraft. Wer Glück hat, führt diese dann nach wenigen Jahren in eine Partnerschaft mit freundschaftlicher Liebe über, und wer Pech hat, …
Will ich nur aufgrund von Gefühlen diese weitreichende Entscheidung treffen oder auch meinen Verstand und Gottes Führung mit einbeziehen?

Wie lerne ich nun diese Person gut und richtig kennen, damit ich mich entscheiden kann, wem ich meine hingebungsvolle Liebe Tag für Tag schenken möchte? Ein Tipp ist, die Person in ihrem natürlichen Umfeld kennenzulernen, also innerhalb ihrer Familie, ihres Freundeskreises und ihrer Gemeinde. Du wirst sehen, welchen Umgang sie mit ihren Nächsten hat, welche Vorlieben, Begabungen und auch Schwächen zu ihr gehören. Durch ein solches Miterleben erübrigen sich viele Fragen, die in einer vertrauten Atmosphäre zu zweit Gefühle wecken könnten, die schnell nicht mehr kontrollierbar sind. Du solltest dir nämlich sehr klar die Frage stellen: Will ich nur aufgrund von Gefühlen diese weitreichende Entscheidung treffen oder auch meinen Verstand und Gottes Führung mit einbeziehen? Im Hohelied steht: „Weckt sie (die Liebe) nicht auf und facht die Leidenschaft nicht an, bis die Zeit dafür kommt!“. Wenn wir uns für eine Person und eine gemeinsame Ehe entscheiden, dann gibt uns die Ehe den geschützten Rahmen für das göttliche Geschenk einer reinen Sexualität. Dieses Geschenk ist das Original Gottes und darf und soll genossen werden (Hl; 1.Kor 7). Ein Beispiel aus Hohelied 1,2: „Komm doch und küss mich! Deine Liebe berauscht mich mehr noch als Wein“.

Noch zwei kurze Hinweise möchte ich zum Schluss dieses Artikels loswerden:

  • Als Christen probieren wir uns nicht aus, sondern haben den Anspruch, dass die partnerschaftliche Beziehung in die Ehe mündet. Lass dich von diesem Anspruch jedoch auch nicht lähmen, eine Entscheidung zu fällen; gerne darf dich dein persönliches Umfeld beraten.
  • Wenn du in eine Beziehung startest, dann ist es hilfreich, dir von Anfang an ein Mentorenehepaar zu suchen, das euch begleitet. Profitiert ein Leben lang von der Erfahrung anderer und bepflanzt euren Ehegarten nicht alleine, sondern lasst euch von erfahrenen „Gärtnern“ helfen.

Die Bibel sagt in 1. Mose 2,24: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein“. So können wir uns gewiss sein, dass Gott selbst das größte Interesse daran hat, dass wir Ehen bauen, die bis zum Tode halten und Licht in dieser Welt sind.

Mario Klüh

Seit 2016 sind Mario und seine Frau Mitarbeiter im Glaubenszentrum mit einem Herz für Jüngerschaft sowie Ehe und Familie.