Sexuelle Reinheit: Der Kampf um die Siegestrophäe

Sexuelle Reinheit: Der Kampf um die Siegestrophäe

Hast du schon einmal eine Siegestrophäe gewonnen und einen Pokal in die Höhe gehalten? Vielleicht standst du bereits als der strahlende Held vor einem dir zujubelnden Publikum und du schwelgst immer wieder gerne in den Erinnerungen an diesen unglaublich schönen Moment. Vergessen sind all die Schmerzen des schier unendlichen Verzichts, der qualvollen Trainingseinheiten und der verletzenden Worte des Trainers, der dich zu dieser körperlichen Höchstleistung pushte. Es zählt alleine der Triumph. Unzählige Sportler, ob Amateure oder Profis, kennen diesen Weg hin zum Triumph. Ein klarer Plan, eine rafinierte Strategie und ein topfitter Körper sind wichtige Elemente auf der Reise zum historischen Erfolg.
Weißt du eigentlich, dass Jesus dir in seinem Wort ebenfalls einen solchen Pokal verspricht? Auf dem Pokal steht u. a.: „GEWINNER des Kampfes um die SEXUELLE REINHEIT“. Die Preisverleihung dieser einzigartig wertvollen Trophäe wird dein Herr und König persönlich vornehmen. Bist du daran interessiert? Bevor wir gleich einen Blick in Gottes Wort werfen, um zu prüfen, ob diese Behauptung stimmt, wollen wir kurz unser eigenes Leben reflektieren.

Welcher Lebensbereich fordert uns mehr heraus als das Denken, Reden und Ausleben unserer Sexualität?

Wie kaum ein anderer ist dieser Lebensraum umkämpft. In jungen Jahren durchläuft unser Körper eine besondere Entwicklung, die eine Neugierde in uns erweckt, und uns herausfordert, verantwortlich mit unserer Sexualität umzugehen. Diese Aufgabe beginnt zumeist in der sogenannten Teenagerzeit und zieht sich dann oft durch unser Leben hindurch. Da sind die Stimmen und Bilder dieser Welt, die uns dazu anstiften, unsere eigenen Erfahrungen zu machen, und dabei beinahe uneingeschränkte Freiheit bezüglich sexueller Experimente propagieren. Dies führt u. a. dazu, dass Sexsucht eine der am häufigsten verbreiteten Süchte weltweit ist, die Menschen ihre Freiheit und Würde raubt. Das Geschäft mit der Prostitution boomt, und pro Jahr setzt die Pornoindustrie weltweit ca. fünf Milliarden Dollar nur im Internet um. Deutschland ist die Nummer eins im Sexfilmchen Schauen – welch unrühmlicher Titel. Viele Christen sind in ihren sexuellen Begierden gefangen und werden so davon abgehalten, in ihre göttliche Berufung zu kommen. Sie kennen die Wahrheit des Wortes Gottes nicht und sind sich der befähigenden Kraft seiner Gnade nicht bewusst. Das kann und soll anders sein – und dazu schauen wir uns Gottes Wort an.
Wir lesen in 1. Thessalonicher 4,3–5 den Maßstab Gottes an uns: „Gott will, dass ihr ein geheiligtes Leben führt. Dazu gehört, dass ihr euch von aller sexuellen Sünde fernhaltet. Jeder von euch muss lernen, Herr über seine Triebe zu sein, denn euer Leben gehört Gott, und die Menschen sollen Achtung vor euch haben. Lasst euch nicht von Begierden und Leidenschaften beherrschen wie die Menschen, die Gott nicht kennen.“ Was ist nun aber sexuelle Sünde? Im 1. Korintherbrief im sechsten und siebten Kapitel bezeichnet Paulus unseren Körper als Tempel des Heiligen Geistes. Er spricht von Unzüchtigen (vom griechischen porneia) und Ehebrechern (vom griechischen moicheia). Porneia wird im Neuen Testament bei jedem Geschlechtsverkehr mit einem Menschen, mit dem wir nicht verheiratet sind, verwendet. Dies und die genannten paulinischen Verse helfen uns auch bei der Beurteilung, ob die Bibel etwas zum Thema „Sex vor der Ehe“ sagt. Jesus zeigt in Matthäus 5,28 auf, was für ihn bereits Ehebruch ist: „Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“. Wenn Unzüchtige und Ehebrecher das Reich Gottes nicht erben werden (1.Kor 6,9+10), dann steht uns wohl vor Augen, welchen Kampf wir annehmen und bestehen müssen, um die Krone des Lebens zu empfangen (Jak 1,12).

Ist Gott einfach nur ein großer Spaßverderber, der meine Sexualität so sehr einschränkt?

Ist es nicht unmöglich, diese göttlichen Maßstäbe zu leben? Wie kann ich das schaffen? Ist Gott einfach nur ein großer Spaßverderber, der meine Sexualität so sehr einschränkt? Der Beantwortung dieser wichtigen Fragen wollen wir uns im Folgenden widmen.
David schreibt in Psalm 119,143: „Ich bin in Not und Bedrängnis geraten, doch an deinen Geboten habe ich große Freude“, und vorher bereits in Vers 93: „Nie und nimmer will ich deine Ordnungen vergessen, durch sie hast du mich neu belebt“. Hört sich das nach einem Gott an, der uns mit seinen Geboten den Spaß verderben möchte? Oder eher nach einem Vater, der uns durch sein Wort belebt und uns große Freude schenkt?

Das Hohelied ist ein Sinnbild göttlicher Erotik. Es zeigt uns die Kraft und Schönheit der vollkommenen Sexualität – ganz unverblümt.

Gott ist der Schöpfer der Sexualität (s. 1.Mo) und will, dass wir in Freiheit unsere Sexualität im Rahmen der Ehe genießen. Sprüche 5 warnt uns vor der Verführung einer Fremden. Gleichzeitig bekommen wir dort den Auftrag, uns an der sexuellen Liebe mit der eigenen Frau zu berauschen. Das Hohelied ist ein Sinnbild göttlicher Erotik. Es zeigt uns die Kraft und Schönheit der vollkommenen Sexualität – ganz unverblümt. In einer reinen und kreativen Sprache wird hier der Liebesakt der beiden frisch Verheirateten beschrieben. Innerhalb der Ehe darf und soll die Sexualität entdeckt, erlebt und genossen werden. Dieser Genuss der ehelichen Sexualität ist gleichzeitig ein großer Schutz vor der Sünde (1.Kor 7,5).
Wie kann ich nun in Reinheit den Ehehafen ansteuern und mir diese Reinheit bewahren? – Die oben erwähnte Liebe zum Wort Gottes ist sicher ein Hauptschlüssel. Nur wenn ich in diesen Wahrheiten lebe, werde ich den Stimmen dieser Welt kein Gehör schenken und standhaft bleiben können. Hiob gibt uns einen Hinweis darauf, wie er seine Reinheit bewahrte: „Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, dass ich ja nicht begehrlich auf eine Jungfrau blickte“ (Hi 31,1). Lasst uns diesen Bund mit Jesus schließen und uns z. B. als Zeichen einen Ring anlegen, der uns an das göttliche Versprechen erinnert.

Es ist die der Gnade Gottes innewohnende Kraft, die uns befähigt, ein Leben nach seinen Maßstäben zu leben.

Ist es aber nun eiserne Disziplin, die mich siegreich in den Ordnungen Gottes leben lässt? – Nein! Titus 2,11–14 beschreibt die Kraft der befähigenden Gnade Gottes: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ Es ist die der Gnade Gottes innewohnende Kraft, die uns befähigt, ein Leben nach seinen Maßstäben zu leben. In diesem Wissen kann ich mit David einstimmen und mich an der wiederbelebenden Macht seiner Gebote erfreuen.
Wir sind also in der Lage, unsere Leidenschaft durch Reinheit zu überwinden. Josef ist uns in 1. Mose 39 ein Beispiel für diesen möglichen Triumph. Potifars Frau machte ihm ein eindeutiges Angebot, doch Josef konnte widerstehen, weil er seinen Gott kannte und über alles stellte. „Wie sollte ich nun eine so große Missetat begehen und gegen Gott sündigen?“, war seine Antwort auf die Verführerin. Josef lebte sexuell integer und so erlangte er die göttliche Verheißung, indem er vom Sklaven zum Herrscher wurde, der schließlich seine Familie retten konnte.
Wie anders dagegen Simson. Er, der von Geburt an dazu bestimmt war, Israel zu befreien, wird zur Trophäe Delilas. Die Verführerin bringt ihn dazu, dass er mit ihr, seinem Feind, schläft und seine übernatürliche Kraft verliert. Er erliegt ihr und bezahlt dies mit seinem eigenen Tod.
Wenn wir die Siegestrophäe in der Hand halten wollen, dann müssen wir eine Gesinnung wie Mose bekommen. Er schaute auf die ewige Belohnung Gottes und konnte somit dem zeitlichen Genuss der Sünde widerstehen (Hebr 11,25–26). Jesus will dein Belohner sein und dir die Siegestrophäe für deine sexuelle Reinheit überreichen. Bist du bereit, den Preis dafür auf dich zu nehmen, um sie zu empfangen?

Mario Klüh

Assistent der Bibelschulleitung und Hauslehrer im Glaubenszentrum.